Freitag, 16. März 2007

Konzeptueller Zugang

  • Rap ist Sprechgesang

    Rap ist Sprechgesang, bei dem es vor allem auf die richtige Rhythmik ankommt. Der 4/4 Takt trägt dabei im HipHop eine Schlüsselfunktion, da die meisten Lieder darauf aufbauen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sprechrhythmik ist also unausweichlich und soll bei Anfängern kombiniert mit rhythmischer Bewegung (Klatschen, einfache Fußschritte) spielerisch auf eigene Rapversuche vorbereiten, die durch das Zusammenführen von Sprache, Bewegung und Musik ganzheitlich erlebt werden. Einfache rhythmische Steppfolgen werden dabei mit frei ausgedachten Sätzen belegt und sollen eine passende Einheit ergeben.Dieses rhythmische Grundmuster soll später in HipHop Instrumentalstücken wiedererkannt und so entschlüsselt werden, dass es möglich wird ein geeignetes Metrum zu finden. Die Kinder und Jugendlichen lernen dabei vor allem Sprache akzentuiert einzusetzen, richtig zu betonen und Silben deutlich auszusprechen. Für die Wortenden einzelner Sätze werden dann entsprechende Reime gefunden, so dass mehrzeilige Texte entstehen, die in der Gruppe gemeinsam, einzeln und auch abwechselnd gerappt werden können. So entstehen spielerisch improvisiert die ersten Texte (Improvisation in Bezug auf Rappen wird Freestyle genannt; aus dem Rap ursprünglich auch hervorgegangen ist.
  • Das Arbeiten mit Texten

    vorgegebene Texte

    Gearbeitet wird entweder mit vorgegebenen oder selber geschriebenen Texten. Vorgegebene Texte berücksichtigen dabei Alterstufe und Vorkenntnisse und sollen einen geeigneten – motivierenden Einstieg bilden, da selber Texten, das sitzen vor einem leeren Blatt Papier oftmals als frustrierend erlebt wird und am Anfang vor allem das „Machen“ im Vordergrund stehen soll. Dabei wird der Rap Schritt für Schritt gelernt. Beginnend mit dem ersten Zweizeiler wird der Text wieder und wieder geübt, um sich immer weiter vom Textblatt zu entfernen. Auswendig lernen ist also unumgänglich und wichtige Voraussetzung, um danach in der Lage zu sein, sich stärker auf Stimme, Betonung, Bewegung und Performance zu konzentrieren. So erschließt man Schritt für Schritt die komplette Strophe, wobei zu Beginn das Versmaß des Textes im Vordergrund steht, danach das Auswendig lernen und die Performance.
    Die Texte sind altersgerecht und berücksichtigen Themen, die Kinder und Jugendliche interessieren und ansprechen.

    Texte selber schreiben

    Wenn die Gruppe Texte selber schreiben möchte werden Tricks und Tipps gezeigt, die den Zugang zu bestimmten Themen und Techniken vereinfachen. In einem inhaltlichen Brainstorming wird zuerst alles gesammelt was den Kinder und Jugendlichen an Assoziation durch den Kopf geht, welche Themen sie interessiert, wie sie sich fühlen, was sie ärgert oder woran sie Spaß haben. Die Themen werden diskutiert.
    Hat man sich für einen bestimmten Inhalt entschieden werden in einem weiteren Brainstorming Begriffe gesammelt, die zu dem Oberbegriff des Themas passen. Die unterschiedlichen Wörter, die hierbei gefunden werden, dienen danach als wichtigste Ausgangsbasis für das Auffinden von passenden Reimen. Aus den Wortpaaren werden im Anschluss inhaltlich aussagekräftige Zweizeiler verfasst, die am Ende zu einem kompletten Raptext zusammengefügt werden können.
  • Das Entdecken der eigenen Stimme

    Das Schreiben von Texten kann dabei als Spiel und Spaß an Sprache an sich aufgefasst oder als sprachliches Ventil verstanden werden, durch welches man sich auch auf emotionaler Ebene Luft machen, Gefühle ausdrücken und Einstellungen kundgeben kann.
    Dabei ist das Auseinandersetzen mit der eigenen Stimme unsausweichlich. Hier bietet Rap die Möglichkeit die eigene Stimme zu erkunden, auch mal „laut“ sein zu dürfen, sich auf diese Weise neu selbstwahrzunehmen, von anderen wahrgenommen zu werden und sich stimmlich Raum zu verschaffen. So werden Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit gestärkt.
  • Bandarbeit ist Gruppenarbeit – das fördern von sozialen Kompetenzen

    Da das Rapprojekt gleichzeitig aber ein Band- und Gruppenprojekt ist, sollen dadurch auch vor allem soziale Kompetenzen vermittelt werden. Das gemeinsame Diskutieren über mögliche Themen stärkt die Kommunikations- und Konfliktfähigkeit und schult je nach Gruppenzusammensetzung die interkulturelle Kompetenz. Eigene Ideen müssen mit der Gruppe abgeglichen werden. Dadurch treten oft Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu Tage, Themen müssen eingegrenzt werden und es besteht die Chance entgegengesetzte Meinungen in Dialog treten zu lassen. Die gemeinsame Performance fördert die Eigen- und Fremdwahrnehmung, Kooperation und Teamfähigkeit.
  • Projektabschluss – Aufnahme einer CD, Erstellen eines Musikvideos oder
    Organisieren eines Auftritts

    Ziel des Projekts soll die Aufnahme des Songs in einem Musikstudio sein. Dazu besteht die Möglichkeit ein extern liegendes Musikstudio aufzusuchen und den Song dort von professioneller Hand aufnehmen und abmischen zu lassen. Das ganze gilt als Höhepunkt des Projekts, da die kreative Arbeit aus der Gruppe in die Öffentlichkeit verlegt wird. Für Kinder und Jugendliche ein gleichermaßen belohnender wie herausfordernder Abschluss, durch den man die kreativen Anstrengungen der vorangegangen Wochen in Form einer CD mit nach Hause nehmen und Freunden und Familie vorspielen kann. Ebenso wäre denkbar ein kleinen Miniauftritt zu organisieren oder ein entsprechendes Musikvideo zu drehen, um damit die Arbeit der Band für alle anderen Kinder und Jugendlichen transparent zu machen und sich mit dem Ergebnis nach Außen zu präsentieren.